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MARKTNEUTRALE STRATEGIE

Vorsicht - "marktneutral" heißt nicht "risikolos", dennoch werden diese Begriffe gerne bei der Beurteilung der Marktneutralen Strategie gleichgesetzt. Finanzprodukte an unterschiedlichen Locations syncron zu kaufen und zu verkaufen (Arbitrage), daß war die ursprüngliche Strategie dahinter. Mit solchen Transaktionen ließen sich in den 80ern zwischen den deutschen Börsenplätzen noch Gewinne erarbeiten. Inzwischen sind wegen unserer technischen Entwicklung solche Preisunterschiede fast nicht mehr möglich. In der Definition von Arbitrage versteht man nun eher den zeitgleichen Kauf und Verkauf von vergleichbaren Wertpapieren, die auffallende Preisunterschiede gegeneinander haben.

Klassische Arbitrage-Operationen sollten ganz frei von Aktienindizes- oder Zinssatzänderungen sein. Die Möglichkeit, Arbitragegeschäfte zu betreiben, steigt mit der Verfügbarkeit von Preisinformationen in Echtzeit, der wachsenden Anzahl global verfügbarer Finanzinstrumente, als auch der Entwicklung neuer Fremdfinanzierungsinstrumente. Statische Arbitrage, Anleihen- und Wandelanleihen sind hier die repräsentativsten Strategien. Allerdings haben die Arbitrageure so immens in ihrer Zahl zugenommen, dass keine weiteren Gelder mehr von einer Reihe großer Arbitrage-Funds angenommen werden. So haben wir hier bei Marktneutralen Strategien die größten Beschränkungen hinsichtlich der Kapazität. Eine hohe Komplexität der involvierten Wertpapiere ist bei Markneutralen Strategien deshalb fast vorprogrammiert. Auch zeichnen sie sich durch derivative Finanzinstrumente und den Einsatz von Fremdkapital aus. Der Abbau und die Verringerung von Renditen- bzw. Preisunterschieden von 2 Finanzinstrumenten (Konvergenz) - das ist es, worauf Arbitrage-Strategien aus sind. Mehrere Jahre andauernde Fristen - in denen der Anleger nicht über sein Kapital bestimmen kann (sog. Lock-up-Periode) - sind möglich, da sich ein Konvergenzprozess über lange Zeiträume erstrecken kann.

 

 

Meist nur durch den Einsatz von viel Fremdkapital ist eine für Anleger erstrebenswerte Gewinnwirksamkeit zu erzielen - Grund sind die meist nur geringen Bewertungsunterschiede. Dies muss aber nicht zwingend risikoreich sein - hat ein Manager z.B. den Eindruck, dass ein zu grosser Ertragsunterschied zwischen 3jährigen und 3 1/2jährigen Anleihen besteht, zieht dies bei dieser Strategie mit hohem Fremdkapitaleinsatz nicht unbedingt eine große Einbuße nach sich. Stark liquide Produkte sind es, in denen man sich bei hohem Fremdkapitaleinsatz bewegen sollte - darauf sollte man achten. Ein verlustreiches Auflösen der Arbitrage-Position könnte dann durch den Manager geschehen, wenn aufgrund fehlender Liquidität in Krisenzeiten die Marktpreise der Instrumente zu stark ausschlagen. Dehnt sich die Falschbewertung weiter aus, können die darurch entstehenden Verluste das Eigenkapital schnell schmälern oder aufzehren - insbesondere bei einem hohen Fremdkapitaleinsatz.

Die einzelnen Hedge-Funds-Strategien im Überblick
Es wird eines klar - es besteht kein international gültiger Standard von Hedge-Funds in Bezug auf Klassifizierung. Unter 10 oder bis weit über 30 Kategoriern weist die Einteilung je nach Forschunseinrichtung, Vereinigung (national oder ínternational), Indexanbieter und HF-Emittenten auf. Bei diesen alternativen Anlagen existieren keine globalen Benchmarks wie bei traditionellen Indizes. Hier die 5 wichtigsten Hauptkategorien.

Hier liegt der klare Unterschied zu klassischen Anlagefunds (Aktienfunds u. ä.). Der Aktienfundsmanager peilt eine verhältnismäßige Wertentwicklung im Vergleich zum Umfeld des Marktes an. Dabei ist er dann bei einem Marktrückgang von 20 % noch "erfolgreich", wenn er eine Wertentwicklung von -15 % einfährt. Hedge Fonts dagegen sind variabel durch den Einsatz verschiedenster Anlageinstrumente und Anlagestrategien die auf das Anlageziel hinarbeiten. Hierbei kann sowohl Fremdkapital zum Einsatz kommen, als auch Leerverkäufe getätigt werden - was zu gehobeneren Gewinn- und Verlustmöglichkeiten (die sogen. Hebelwirkung) führen kann.
Meist wird der Hedge Fund-Manager mit einer gewinnabhängigen Entlonung beteiligt, somit hat dieser natürlich ein starkes Anlageerfolgsinteresse. Auch kann der Manager am Fondvolumen mit eigenem Kapital zu den selben Bedingungen beteiligt sein.