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INFORMATIONEN:
HEDGE FONDS / HEDGE FUND

 

 

HEDGE FONDS: HISTORISCHE ENTWICKLUNG

Alfred Winslow Jones - so heißt der Manager des ersten Stunde.
Sein Hedge Fund stammt aus dem Jahre 1949. Zwei Elemente waren neu, die er den traditionellen Investments zugab: Leerverkäufe und Fremdkapitalaufnahme. Die Leerverkäufe ermöglichten es Mr. Jones nicht mehr von einer allgemein steigenden Marktentwicklung abhängig zu sein, da er auch von Aktienkursen - die fielen - profitierte. Wichtig waren ab jetzt die Fähigkeit, über- und unterbewertete Titel ausfindig zu machen - also die sog. Titelselektion. Das Verbinden von Käufen und Leerverkäufe brachte die Unterscheidung von Brutto- und Nettoengagement mit sich. Ausgehend von einem Anlagebetrag von 100 $ kaufte er z.B. für 110 $ eine Aktie, die ihm unterbewertet erschien. Für 40 $ verkaufte er gleichzeitig eine - seiner Meinung nach - überbewertete Aktie. Somit hatte er ein Nettoengagement (=Investitionen - Leerverkäufe) von 70 $. Sein Bruttoengagement - welches Investitionen plus Leerverkäufe darstellt - lag aber bei 150 $.
Der Unterschied zwischen Anlagebetrag und Nettoengagement lag bei 30 $ und wurde als Barreverve weiter gehalten. In Abhängigkeit von seiner Markteinschätzung veränderte Mr. Jones auch das Nettoengagement. Seine Quote lag somit immer im positiven Bereich, weil auch die Aktienmärkte auf lange Frist gesehen zulegten. Er konnte seine Käufe partiell sogar durch Fremdkapital tätigen, da er Leeverkaufseinnahmen mitnutze um mehr Aktien zu kaufen, als im Anlagekapital zur Verfügung gestellt wurden. In diesem Beispiel also 110 $ mit 100 $ Anlagevermögen.

Da er sich verpflichtete, sein eigenes Privatfinanzvermögen zu gleichen Bedingungen wie seine Anleger in den Fond zu investieren, stellte er einen wichtigen Charakterzug von Hedge-Funds heraus - er ließ sich erfolgsabhängig entlohnen.

 

 

In den 60ern erlebten die Hedge-Funds erste Beliebtheit. Jones hatte im Zeitraum von 1956 bis 1965 den besten gebräuchlichen Alagefund deutlich geschlagen - und das trotz einer erfolgsabhängigen 20%igen Entlohnung (So urteilte damals jedenfalls die Fachpresse nach einer Untersuchung des Anlageergebnisses über 10 Jahre hinweg).
Als Folge dessen entstanden in den 2 folgenden Jahren über 100 Hedge-Funds. Zwei Namen haben die Turbulenzen von 69/70 und 73/74 überstanden - die Fondgründer George Soros (Quantum Fund) und Michael Steinhardt (Steinhardt Partners).

Die Finanzpresse war es erneut, die Interesse an den Hedge-Fonds anfeuerte. So wurde Julian Robertson zu seiner über 750%igen Wertentwicklung befragt.
Diese passierte in den ersten 6 Jahren nach Auflegung. Er eröffnete, dass die erwähnte Strategie von ihm erweitert wurde - und zwar in den Bereichen Zinsen, Indizes und Währungen. Zur größte Einheit sind mittlerweile sogenannte Globel-Macro-Strategie-Funds innerhalb der HF herangewachsen. Ein kurzer Stopp der Verbreitung der Hedge Funds ereignete sich durch die Turbulenzen um den LTCM-Fund im ausgehenden Jahre 1998. Doch schon ab '99 konnte die Anlagemenge und somit die Verbreitung wieder weiter steigen.